Erfolgskonzept: Blended Learning – das müssen Sie darüber wissen!

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In diesem Artikel erfahren Sie, was genau „Blended Learning" eigentlich bedeutet und wie Sie sich dieses Konzept in der Mitarbeiterweiterbildung zu Nutze machen können.

Der Begriff Blended Learning beschreibt eine Lernform, die eine didaktisch sinnvolle Verknüpfung von traditionellen Präsenzveranstaltungen und modernen Formen von E-Learning anstrebt. Das Konzept vereint die Effektivität und Flexibilität von elektronischen Lernformen mit den sozialen Aspekten der Face-to-Face-Kommunikation sowie ggf. dem praktischen Lernen von Tätigkeiten. Mittlerweile ist Blended Learning die übliche Lernform an modernen Hochschulen und in großen Unternehmen.

Die Grenzen von reinem E-Learning

Die Entwicklung von Blended Learning ist eng mit der Entwicklung von E-Learning verknüpft. E-Learning findet heute in der Regel auf Online-Lernplattformen, sogenannten Learning Management Systemen, statt. Hier kann der User zeit- und ortunabhängig auf die verschiedenen Lerninhalte zugreifen. In der Regel lernt jeder User dabei für sich, sodass die Lerngeschwindigkeit selbst festgelegt wird. Der Lernfortschritt kann dabei genau gemessen werden. Dies ermöglichst es, die Lernleistungen eines jeden Users individuell zu analysieren und zu kontrollieren. So bekommt der Dozent oder der Trainer ein sehr genaues Bild von den Lernfortschritten und -erfolgen seiner Kursteilnehmer.

E-Learning ist eine sehr praktische, kostengünstige und zeiteffiziente Lernmethode. Bei der reinen Wissensvermittlung können moderne E-Learning-Systeme, die über Dialognetzwerke verfügen, weitgehend auf Präsenzkomponenten verzichten. Soziale Aspekte des Lernens, wie etwa der Austausch im Team und die Interaktion mit anderen Lernern, finden im reinen E-Learning jedoch genauso wenig Raum, wie die Anwendung des Gelernten in die Praxis.

Aus diesen Defiziten entstand die logische Schlussfolgerung den realen Face-to-Face Fachunterricht mit E-Learning zu verbinden, sodass die jeweiligen Vorteile der einen Lernform, die jeweiligen Nachteile der anderen Lernform aufhebt – und anders herum.

Dies kann dann beispielsweise so aussehen, dass die Vermittlung von theoretischen Grundlagen online geschieht, während die Vertiefung sowie die Anwendung des Gelernten in die Praxis anschließend in einer Präsensphase stattfindet. Hier steht die Interaktion und der Austausch im Mittelpunkt. Die vorrausgegangene Phase der digitalen Vermittlung der Lerninhalte (durch Lernvideos, interaktive Inhalte, o.ä.) ermöglicht es den Mitarbeitern flexibel und im eigenen Lerntempo zu lernen – wann, wo und wie oft sie wollen.

Eine vorteilhafte Kombination aus Präsenzunterricht und E-Learning

Blended Learning entstammt ursprünglich aus dem Universitäts- und Hochschulumfeld und stellte sich aus didaktischer Sicht schnell als enorm sinnvoll heraus. Der Blended Learning Ansatz fördert:

  • die Kommunikation mit anderen Lernern
  • das kollaborative Lernen
  • die Motivation
  • eine schnelle Einführung ins E-Learning
  • die Vertiefung der Weiterbildungsinhalte

Die Vier Blended Learning-Modelle (nach Heather Stalker und Michael B. Horn, 2012)

Wie sollten die online/offline Anteile im Blended Learning aufgeteilt sein? Da scheiden sich die Geister. Verschiedene Experten stimmen aber überein, dass das Verhältnis der online/ offline Anteile nicht so wichtig ist. Wesentlich bedeutsamer ist dagegen das Zustandekommen eines zusammenhängenden Lernerlebnisses. Dieses erreicht man durch die richtige pädagogische Ausgestaltung, sowie die Taktung und Sequenzierung von Lernaktivitäten. Je nach Blended Learning Modell können diese Anteile unterschiedlich ausfallen:


  1. Das Rotations-Modell: der Kurs besteht aus einer festdefinierten Struktur mit Online- und Präsenzphasen.
  2. Das Flex-Modell: Die Lerninhalte stehen primär als E-Learning zur Verfügung. Der Lerner hat jedoch die Möglichkeit einen Dozenten oder Trainer zu kontaktieren. Die Unterstützung durch den Lehrenden kann im Face-to-Face erfolgen.
  3. Self Blend: Der Lernende erhält die Möglichkeit sein Wissen zusätzlich zum Präsenzunterricht auch in einem Online-Kurs zu erweitern. Das Kursangebot eines Präsenztrainings kann so erweitert werden.
  4. Enriched-Virtual Modell: Ein Onlinekurs, der beispielsweise zum Auftakt und Abschluß Präsenzangebote beinhaltet.

Das sollten Sie bei der Planung und Einführung von Blended Learning Formaten beachten

Mit den folgenden Punkten möchte ich Ihnen eine Orientierung für die Erstellung eines Blended Learning Konzeptes geben:

  1. Zeit und Dauer des Blended Learning Formates: Präsenzveranstaltungen sind von großer Bedeutung für die Motivation der Teilnehmer. Je länger eine Fortbildung dauert, desto wichtiger wird dieser Punkt.
  2. Die Teilnehmergruppe: Bei E-Learning-unerfahrenen Teilnehmern ist eine Präsenzphase besonders wichtig, damit sich die Teilnehmer über die ungewohnte Lernsituation austauschen können. 
  3. Die methodische Gestaltung:Der Mix macht es. Achten Sie auf einen abwechslungsreichen und durchdachten Methodenmix. Langweilen Sie ihre Lernenden nicht mit Monotonie. Dies gilt auch für die Mischung von Online- und Offlinephase. Zu lange Online- oder Offlinephasen sollten nach Möglichkeit vermieden werden.
  4. Die Stärken von Online-/ Offlinephase geschickt einsetzen: E-Learning punktet durch besserer Visualisierung, individuellem Lernen, zeitliche und räumliche Flexibilität, einen erweiterten Zugriff auf Informationen, usw. Die Stärken des Präsenzunterrichts liegen in den sozialen Aspekten des Lernens, sowie der zeitlichen und räumlichen Synchronität. Wägen Sie die Stärken eines E-Learning mit den Stärken des Präsenzunterrichtes ab und nutzen Sie die Stärken der jeweiligen Lernform.
  5. Die Kosten: Natürlich ein wichtiger Faktor. Präsenzveranstaltungen sind deutlich kostenintensiver als ein E-Learning. Wägen Sie stets den Kosten/Nutzenfaktor einer Präsenzphase ab.

Durchdachte Blended Learning Formate verknüpfen die Vorteile von E-Learning und Präsenzunterricht und schaffen so echte Mehrwerte in einer effektiven Mitarbeiterweiterbildung.

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